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	<title>Der Eckart</title>
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	<description>Monatszeitung für Politik, Volkstum und Kultur.</description>
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	<title>Der Eckart</title>
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		<title>Einladung zur Sonnwendfeier</title>
		<link>https://test.dereckart.at/einladung-zur-sonnwendfeier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 07:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir laden Sie herzlich zu unserer traditionellen Sonnwendfeier ein.  Sonntag, 21. Juni 2026, ab 19.00 Uhr &#8211; bei guter Witterung!Windischhütte 30, 3400 Klosterneuburg Aus Wien gibt es einen kostenlosen Bustransfer zur Veranstaltung und zurück. Der Bus fährt um 18:00 vom Friedrich-Schmidt-Platz, 1080 Wien, ab.Für den Bustransfer ist aufgrund begrenzter Platzzahl eine Anmeldung mit Angabe einer [&#8230;]]]></description>
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<p>Wir laden Sie herzlich zu unserer traditionellen Sonnwendfeier ein. <br><br>Sonntag, 21. Juni 2026, ab 19.00 Uhr &#8211; bei guter Witterung!<br>Windischhütte 30, 3400 Klosterneuburg<br><br>Aus Wien gibt es einen kostenlosen Bustransfer zur Veranstaltung und zurück. Der Bus fährt um 18:00 vom Friedrich-Schmidt-Platz, 1080 Wien, ab.<br>Für den Bustransfer ist aufgrund begrenzter Platzzahl eine Anmeldung mit Angabe einer Telefonnummer unter info@oelm.at unbedingt erforderlich. <br><br>Die Feuerrede hält Reinhild Boßdorf. <br><br>Bitte kommen Sie in angemessener, feuersicherer Kleidung (Tracht), aber nicht uniformiert. Der offizielle Teil endet vor dem Feuerspringen (etwa 22.30 Uhr). Liedertexte und Fackeln sind am Feuerplatz erhältlich, ab 19 Uhr werden nebenan im Gasthof Windischhütte Getränke sowie kleine Speisen angeboten.</p>
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		<title>Ein deutsches Schicksal</title>
		<link>https://test.dereckart.at/ein-deutsches-schicksal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 14:18:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Hermann Attinghaus Vor 150 Jahren starb der Freiheitsdichter Ferdinand Freiligrath. Bis in die 1980er-Jahre gehörten einige seiner Gedichte zum festen Bestandteil des Literaturkanons für Allgemeinbildende höhere Schulen in der Alpenrepublik. Auch seine Ballade „Prinz Eugen, der edle Ritter“, die Carl Loewe so einmalig vertont hat, durfte im Musikunterricht nicht fehlen. Dann kamen „progressive“, d.h. [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Hermann Attinghaus</em></p>



<p></p>



<p>Vor 150 Jahren starb der Freiheitsdichter Ferdinand Freiligrath. Bis in die 1980er-Jahre gehörten einige seiner Gedichte zum festen Bestandteil des Literaturkanons für Allgemeinbildende höhere Schulen in der Alpenrepublik. Auch seine Ballade „Prinz Eugen, der edle Ritter“, die Carl Loewe so einmalig vertont hat, durfte im Musikunterricht nicht fehlen. Dann kamen „progressive“, d.h. linke Lehrplanreformen, die darauf abzielten, möglichst viel bürgerlich-humanistisches Gedankengut von den Jugendlichen fernzuhalten. Und seither fehlen auch die großartigen Balladen und Revolutionsgedichte dieses Vorkämpfers der Republik. Die bürgerliche Fraktion war wieder einmal zu feige, den Genossen Paroli zu bieten, und selbst die Linken, die heutzutage die Revolution von 1848/49 so gerne für sich reklamieren und so tun, als ob sie die einzigen wahren Demokraten seien, verhielten sich still, obwohl sie lange Zeit versucht hatten, den Dichter für sich zu vereinnahmen. Als Folge davon gibt es in deutschen und österreichischen Städten unzählige Denkmäler für ihn, und zahllose Straßen, Gassen und Plätze wurden nach ihm benannt: Hermann Ferdinand Freiligrath. Ein typisches Beispiel findet sich in Donaufeld im 21. Wiener Gemeindebezirk. Dort gibt es eine seltsame Parkanlage – eigentlich eine riesige Grube – , die bis zum Ende der Monarchie Kaiser-Josef-Platz hieß und seit 1919 – gewiß nicht zufällig – den Namen Freiligrath-Platz trägt.</p>



<p>Die Genossen aller Schattierungen leiten ihre dreiste Vereinnahmung des westfälischen Dichters u. a. auch davon ab, daß er Karl Marx und Friedrich Engels persönlich kannte, im Oktober 1848 in die Redaktion ihrer&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rheinische_Zeitung"><em>Neuen Rheinischen Zeitung</em></a>&nbsp; eingetreten war&nbsp;und die Auslandsredaktion betreute. In einem Brief schrieb er am 18. November 1848, daß in dieser Zeitung „Außer den Gedichten… auch Prosa-Artikel von mir“ enthalten seien. „Großbritannien, Italien und Amerika, das ganze Ausland (mit Ausnahme Frankreichs) ist fast immer aus meiner Feder.“ &nbsp;Unter den in dieser Zeitung veröffentlichten Gedichten finden sich u. a. „Wien“, „Blum“, „Reveille“, „Ungarn“ und „Abschiedswort der ‚Neuen Rheinischen Zeitung‘“. Er war auch für kurze Zeit Mitglied des Bundes der Kommunisten, wurde deswegen sogar vor Gericht gestellt, bei dem Prozeß aber schließlich freigesprochen.</p>



<p>Freiligrath wurde 1810 in Detmold in eine Lehrerfamilie geboren; sein Werdegang war Zeit seines Lebens auf merkwürdige Weise eng mit dem Schicksal des deutschen Volkes verbunden. Da die Familie nur über geringe finanzielle Mittel verfügte, konnte er nicht studieren, sondern mußte eine kaufmännische Lehre absolvieren. Ab 1832 arbeitete er in Amsterdam für ein großes Bank- und Handelshaus. Während seiner fünfjährigen Lehrzeit lernte er Englisch, Französisch und Italienisch. Seine ausgezeichneten Sprachkenntnisse bildeten später die Grundlage für seine umfangreiche Übersetzungstätigkeit.</p>



<p>Grob können drei Phasen seines Schaffens unterschieden werden: der Exotismus der 1830er-Jahre, (<em>Gedichte </em>1838); die Revolutionsbegeisterung in den 1840er-Jahren (<em>Ein Glaubensbekenntnis</em>, 1844) und am Ende seines Lebens der patriotischee Abschnitt (<em>Neue Gedichte</em>, 1871), als er begeistert den Sieg der deutschen Waffen bei Sedan begrüßte und hoffte, daß nun ein Zeitalter des Friedens und der Freiheit anbrechen würde.</p>



<p>Man hat ihm mancherlei Beinamen wie z.B. „Trompeter der Revolution“ gegeben. In seiner ersten Phase wurde er oftmals auch als „liberaler Kosmopolit“ charakterisiert, danach wurde er „spätromantischer Nationalliberaler“, in seiner revolutionären Phase schließlich „konstitutioneller Liberaler“ genannt. Seit Mai 1842 war er Mitglied in der „gerechten und vollkommenen“ Loge „Zum wiedererbauten Tempel der brüderlichen Eintracht“ in Worms, der Kontakt dürfte aber nicht allzu eng gewesen sein. Als er sich in den frühen 1840er-Jahren für die Demokratie begeisterte, verzichtete er als Mann von Charakter auf die jährliche königliche Apanage von 300 Talern. Um einer Strafverfolgung wegen seiner republikanischen Ansichten zu entgehen, mußte er mehrmals ins Exil gehen, nach Brüssel, in die Schweiz und nach London. Als er dort seinen Posten verlor und&nbsp; mittellos dastand, wurde in Deutschland eine Sammlung für ihn veranstaltet, die den sensationellen Betrag von 60.000 Gulden einbrachte – ein Vermögen für diese Zeit –, was beweist, wie angesehen Freiligrath war. Er starb 1876 in Cannstatt, heute ein Stadtteil von Stuttgart – sehr beliebt, hoch geehrt und viel gelesen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Namen sind nicht neutral.</title>
		<link>https://test.dereckart.at/namen-sind-nicht-neutral/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 16:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Cristian Kollmann Ein Tirol, mehrere Landesteile und ihre Bezeichnungen Der Südtiroler Landtag hat am 7. Mai 2025 dem von der italienischen Regierung vorgelegten Entwurf einer Reform des Autonomiestatutes zugestimmt. Die sehr wenigen Gegenstimmen kamen von den Fraktionen Süd-Tiroler Freiheit, Vita und Freie Fraktion. Kernpunkt des Reformentwurfes ist unter anderem die künftige deutsche Bezeichnung der [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Cristian Kollmann</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Tirol, mehrere Landesteile und ihre Bezeichnungen</h2>



<p></p>



<p>Der Südtiroler Landtag hat am 7. Mai 2025 dem von der italienischen Regierung vorgelegten Entwurf einer Reform des Autonomiestatutes zugestimmt. Die sehr wenigen Gegenstimmen kamen von den Fraktionen Süd-Tiroler Freiheit, Vita und Freie Fraktion. Kernpunkt des Reformentwurfes ist unter anderem die künftige deutsche Bezeichnung der Region, die von <em>Autonome Region Trentino-Südtirol</em> in <em>Autonome Region Trentino-Südtirol/Alto Adige</em> abgeändert werden soll. Italiens Absicht liegt auf der Hand: Man will im Deutschen eine Analogie zur italienischen Bezeichnung schaffen. Diese wurde mit der Verfassungsreform von 2001 von <em>Regione autonoma Trentino-Alto Adige </em>in <em>Regione autonoma Trentino-Alto Adige/Südtirol </em>abgeändert. Was auf den ersten Blick wie eine bloße Angleichung erscheint, bedeutet in Wirklichkeit einen Angriff auf den Minderheitenschutz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Südtirol – Tirolo meridionale – Sudtirolo</h3>



<p></p>



<p>Vor seiner Zerreißung nach dem Ersten Weltkrieg war Tirol durchaus bereits in Nord- und Süd- oder Welschtirol unterteilt, doch handelte es sich dabei vor allem um geographische, kaum um administrative Begriffe. <em>Südtirol</em> bezeichnete meist das Gebiet südlich des Alpenhauptkammes, teilweise einschließlich des heutigen Osttirols. Auch im Italienischen existierten Äquivalente wie <em>Tirolo Settentrionale</em>, <em>Tirolo Meridionale </em>(erstmals 1722), später <em>Tirolo del Nord</em> (1892) oder <em>Sudtirolo </em>(erstmals 1874). Die Chronologie zeigt: Die Formen mit <em>settentrionale</em> und <em>meridionale</em> sind älter, jene mit <em>Nord</em> und <em>Sud</em> jünger.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Erst Napoleon, dann Tolomei: Alto Adige kommt ins Spiel.</h3>



<p></p>



<p>1810 wurde unter Napoleon ein südlicher Teil Tirols – auf der Höhe nördlich von Gargazon und südlich von Kollmann – als <em>Dipartimento dell’Alto Adige</em> dem Königreich Italien zugeschlagen; der nördliche Teil kam zu Bayern. 1814 wurde Tirol wiederhergestellt und kehrte zurück zu Österreich. Damit verschwand auch Napoleons <em>Alto Adige</em> wieder. Rund 90 Jahre später griff Ettore Tolomei den napoleonischen Begriff wieder auf und übertrug ihn auf das im Einzugsgebiet der Etsch befindliche deutsche und ladinische Tirol, das es, neben dem italienischen Tirol, aufgrund der irredentistischen Idee der „natürlichen Grenze“ am Alpenhauptkamm von Italien zu annektieren galt. So kam es dann auch nach dem Ersten Weltkrieg. Nun mußten nur noch auch in Sachen Toponomastik Fakten geschaffen werden. Unter dem Faschismus wurden 1923 die Bezeichnungen <em>Südtirol</em> und <em>Tirol</em> verboten; zulässig war im Italienischen nur noch <em>Alto Adige</em> und im Deutschen <em>Oberetsch</em>. Der Begriff <em>Alto Adige</em> war damit endgültig imperialistisch intendiert.</p>



<p>Mit dem Zweiten Autonomiestatut von 1972 kehrte <em>Südtirol</em> als deutsche Bezeichnung zurück, jedoch nicht <em>Sudtirolo</em> als italienisches Äquivalent. Dies passierte auch nicht 2001, denn statt <em>Alto Adige</em> im Namen der Region mit <em>Sudtirolo</em> zu ersetzen, wurde an den italienischen Namen <em>Trentino-Alto Adige</em> lediglich der deutsche Name <em>Südtirol</em> angehängt. Aus der Sicht Italiens wird folglich heute argumentiert, daß aus der italienischen Dreigliedrigkeit zwingend auch eine deutsche folgen müsse. Damit würde der ideologisch aufgeladene und de facto bis heute manipulative Begriff <em>Alto Adige</em> dauerhaft in die deutsche Amtssprache übernommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gefahr für den Minderheitenschutz: Mit dem geistigen Erbe Ettore Tolomeis hat Südtirol immer weniger ein Problem.</h3>



<p></p>



<p>Namen sind nicht neutral. Sie prägen Identität und politische Wahrnehmung. Wird <em>Alto Adige</em> künftig auch im Deutschen verpflichtend, stellt sich die Frage nach den langfristigen Folgen für das Selbstverständnis der österreichischen Minderheit. Im Gegensatz zu früher scheint das heutige offizielle Südtirol kein Problem damit zu haben, sich von Italien vorschreiben zu lassen, wie dieser Landesteil in der Sprache der autochthonen Bevölkerung zu heißen habe. Wer sich in einer so zentralen Frage dreinreden läßt, wird dies auch in anderen Bereichen des Minderheitenschutzes tun. </p>



<p><em>Eine ausführliche Analyse zum selben Thema veröffentlichte der Autor unter dem Titel </em>Südtirol – Alto Adige – Sudtirolo. Historische, linguistische und namenspolitische Überlegungen anlässlich der Wiederbelebung des Namenstreits durch die Autonomiereform<em>. In: Europa Ethnica 1/2 2025, S. 35-44.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" src="https://test.dereckart.at/wp-content/uploads/2026/06/1.-SCHERER_1860_Karte_von_Tirol-Gross-Mittel.png" alt="" class="wp-image-12027"/></figure>



<p>Abbildung 1: Karte von Tirol in Augustin Scherers Lesebuch <em>Geographie und Geschichte von Tirol</em>, Innsbruck 1860. Das Land wird in Nordtirol, Südtirol (mit dem Gebiet um Lienz) und Wälschtirol unterteilt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://dereckart.at/wp-content/uploads/2026/06/2.-1865-12-23_Cles_Tirolo_Meridionale_Seite_1-1024x441.jpg" alt="" class="wp-image-12028"/></figure>



<p>Abbildung 2: Amtlicher Briefkopf einer k.k. Notariatsurkunde aus Cles (Glös), 1865. Er führt die Bezeichnung <em>Tirolo Meridionale</em> und dokumentiert damit, daß diese Bezeichnung für den italienischen Teil Tirols auch amtlich in Gebrauch war.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" src="https://test.dereckart.at/wp-content/uploads/2026/06/3.-Alto_Adige_in_napoleonischer_Zeit.jpg" alt="" class="wp-image-12029"/></figure>



<p>Abbildung 3 (Quelle: Wikimedia Commons, Autor: Sajoch, Lizenz: CC BY-SA 3.0): Der Begriff <em>Alto Adige</em> wurde unter Napoleon geprägt und bezeichnete u.a. zwischen 1810 und 1814 jenen Tiroler Landesteil, der dem Königreich Italien zugeschlagen wurde und größtenteils das damalige Welschtirol umfaßte. Das von Ettore Tolomei rund 90 Jahre später wieder aufgegriffene <em>Alto Adige</em> sollte hingegen ein grundsätzlich anderes Gebiet bezeichnen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.dereckart.at/wp-content/uploads/2026/06/4.-LAlto_Adige_di_Tolomei_1908-1024x526.jpg" alt="" class="wp-image-12030"/></figure>



<p>Abbildung 4: Karte von 1908 mit Ettore Tolomeis Konzeption eines „Alto Adige“. Die territoriale Zielvorstellung verwirklichte sich 1919 weitgehend. Das Münstertal blieb trotz seiner Zugehörigkeit zum Etsch-Einzugsgebiet außerhalb Italiens, während mit Sexten und Innichen auch Gebiete des Drau-Einzugsgebietes an Italien gelangten. Auffällig ist zudem, daß Tirol nicht einmal nördlich des Brenners als solches, sondern als „Innsbruck“ bezeichnet wird und östlich des Toblacher Feldes die Bezeichnung „Carinzia“ erscheint.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" src="https://test.dereckart.at/wp-content/uploads/2026/06/5.-Dekret_1923_08_08_Verbot_Tirol_markiert.jpg" alt="" class="wp-image-12031"/></figure>



<p>Abbildung 5: Ausschnitt aus dem Dekret des Präfekten der Provinz Trient vom 8. August 1923. Verboten wurden die Bezeichnungen <em>Süd-Tirol, Deutsch-Südtirol, Tirol, Tiroler</em> sowie sämtliche Ableitungen; als zulässig galten ausschließlich <em>Alto Adige</em> und, vorläufig geduldet, <em>Oberetsch</em> sowie die Ableitung <em>Etschländer</em>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.dereckart.at/wp-content/uploads/2026/06/6.-Plakat_100_Jahre_AA_Bushaltestelle-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-12032"/></figure>



<p>Abbildung 6: Plakataktion des Südtiroler Heimatbundes im Jahr 2023 anläßlich des 100. Jahrestages der Einführung des Begriffes <em>Alto Adige</em>. Die darin mitschwingende faschistische Symbolik wird graphisch hervorgehoben, indem der Buchstabe „t“ durch ein Liktorenbündel dargestellt wird.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.dereckart.at/wp-content/uploads/2026/06/7.-Benvenuti_Sudtirolo-Gross-1024x749.jpg" alt="" class="wp-image-12033"/></figure>



<p>Abbildung 7: Willkommenstafel (Fotomontage), auf der in der italienischen Sprachfassung anstelle des Begriffes <em>Alto Adige</em> der bereits gegen Ende des 19. Jh. belegte italienische Name <em>Sudtirolo</em> verwendet wird.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buch des Monats</title>
		<link>https://test.dereckart.at/buch-des-monats-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2026 12:37:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Chronik Südtirol, herausgegeben vom renommierten Journalisten Reinhard Olt, hat das Potential, ein Standardwerk zu werden. Der ehemalige FAZ-Korrespondent hat hier auf die bereits 1996 erstmals erschienene, gleichnamige Chronik Südtirol zurückgegriffen, die damals vom ehemaligen NR-Abg. Otto Scrinzi herausgegeben worden war und in kaum einem Bücherschrank eines Südtirolfreundes fehlen dürfte. Darin enthalten war eine chronologische [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die <em>Chronik Südtirol</em>, herausgegeben vom renommierten Journalisten Reinhard Olt, hat das Potential, ein Standardwerk zu werden. Der ehemalige FAZ-Korrespondent hat hier auf die bereits 1996 erstmals erschienene, gleichnamige <em>Chronik Südtirol</em> zurückgegriffen, die damals vom ehemaligen NR-Abg. Otto Scrinzi herausgegeben worden war und in kaum einem Bücherschrank eines Südtirolfreundes fehlen dürfte. Darin enthalten war eine chronologische Dokumentation der „heißen Jahre“ 1959-1969, die im Freiheitskampf ab 1961 gipfelten. Diese Dokumentation wurde von zwei herausragenden Vertretern der Freiheitskämpfer, Peter Kienesberger und Univ.-Prof. Dr. med. Erhard Hartung von Hartungen, verfaßt und findet sich, im Wesentlichen unverändert, auch in der neuen <em>Chronik</em>. Es ist ein bewegendes Zeitdokument, das den Leser auch nach Jahrzehnten noch in seinen Bann schlägt und das langsame, unaufhaltsame Aufschaukeln der Ereignisse bis zur „Feuernacht“ von 1961 und den nachfolgenden Aktionen der Freiheitskämpfer zeigt, die, auch dies zeigt diese Dokumentation, angesichts eines unterdrückenden Staates wahrlich „alternativlos“ waren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Stilistisch brillant führt Olt von den Anfängen des Südtirolproblems bis zur Gegenwart.</h3>



<p></p>



<p>Reinhard Olt bettet diese teilweise Tag für Tag schildernde Chronologie in einen Rahmen ein, der die ganze profunde Sachkenntnis des Herausgebers zeigt. Stilistisch brillant führt Olt den Leser von den Anfängen des Südtirolproblems bis zur Gegenwart, räumt dabei fundiert und quellengesättigt einige Mythen ab, die den Südtiroler Freiheitskampf beschmutzen sollten und weist am Ende auf Gefahren hin, die sich für die Deutschen in Südtirol aus der heutigen Situation ergeben könnten. Eine Fülle von teilweise unveröffentlichten Quellen, Sitzungsprotokollen, Zeitungsartikeln, Berichten aus Geheimdienstquellen, Zeitzeugenaussagen und persönlichen Erinnerungen zeigt die komplexe Gemengelage auf, in der sich die Südtiroler zu behaupten hatten. Ost-West-Konflikt, „Strategie der Spannung“, Geheimdienste: Stellenweise wird das gewichtige Werk zum Krimi, bleibt dabei aber stets, wie der Herausgeber in seinem Vorwort betont, „dem Ringen um Wahrheitsliebe (…), der Wahrheit verpflichtet“.</p>



<p>Reinhard Olt geht zudem über die rein Südtiroler Perspektive hinaus und beleuchtet profund die Situation im Vaterland Österreich und die Brüche, die es dort in der österreichischen Südtirolpolitik gegeben hat. Einzelne Episoden aus der Vergangenheit, wie etwa die Verhaftung der Südtiroler Demonstranten anläßlich der KSZE-Folgekonferenz 1987 in der Wiener Hofburg, die der Verfasser dieser Zeilen, damals noch nahezu im Kindesalter, als großen Aufreger bei der Elterngeneration wahrnahm, werden spannend und anschaulich geschildert. Die oben angesprochene „Entmythologisierung“ gewisser Anschläge, wie etwa jenen auf der Porzescharte, der in der von italienischer Seite behaupteten Art und Weise gar nicht stattfinden konnte, wird unter Rückgriff auf technische Gutachten und Dokumente wissenschaftlich einwandfrei vollzogen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Autonomie-„Gründungsmythos“ Freiheitskampf als Herzstück</h3>



<p></p>



<p>Es sei abschließend noch ein Wort zum grundsätzlichen Ansatz des Herausgebers gesagt: Die Tatsache, daß nach profunder Schilderung der Vorgeschichte des Südtirolkonfliktes ab 1919 bis 1959 die von den Freiheitskämpfern Kienesberger und Hartung verfaßte chronologische Dokumentation sozusagen das „Herzstück“ des Werkes bildet, ist mit Sicherheit kein Zufall. Es ist Programm. Und zwar ein Programm, das wiederum „der Wahrheit verpflichtet“ ist: An der Wiege zum „Zweiten Autonomiestatut“, das die Grundlage der heutigen Südtirolautonomie bildet, stand nun einmal der Freiheitskampf. Ohne die Aktionen der Freiheitskämpfer hätte Italien niemals eingelenkt. Dieser Freiheitskampf kann somit als ein Gründungsmythos für die Südtirolautonomie aufgefaßt werden. Das Bemerkenswerte daran: Wo sonst haben Deutsche nach 1945 auch mit der Waffe in der Hand sich ihre Rechte gegen einen übermächtigen Unterdrückerstaat erstritten? Daß dieser Südtiroler Freiheitskampf bis heute seine Strahlkraft nicht verloren hat, bezeugen die jährlich stattfindenden Sepp-Kerschbaumer-Feiern in St. Pauls, wo Tausende, meist Jugendliche, der Freiheitskämpfer gedenken.</p>



<p>Insgesamt ein reich bebildertes, quellengesättigtes Kompendium der Entwicklung Südtirols seit der erzwungenen Annexion durch den italienischen Fremdstaat nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Eine Empfehlung für alle Freunde Südtirols und solche, die es noch werden wollen! </p>



<p><em>Florian von Ach</em></p>



<p></p>



<p><strong>Reinhard Olt </strong>(Hrsg.)</p>



<p><strong><em>Chronik Südtirol</em></strong></p>



<p><em>Wegmarken, Weichenstellungen und Wendepunkte im Ringen um die Selbstbehauptung des Tiroler Landesteils an Eisack und Etsch</em></p>



<p>Stocker 2025, geb., 928 S., € 30</p>



<p></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Alphorn – Signal der Hirten</title>
		<link>https://test.dereckart.at/das-alphorn-signal-der-hirten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauchtum]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Reinhild Bauer Brauchtum (52) Das Alphorn gilt als Nationalsymbol der Schweiz und ist doch eigentlich in allen Alpenländern weit verbreitet. So kann man auch in Südtirol Alphornkonzerte&#160; hören, alle fünf Jahre das internationale Alphornbläserfest auf der Seiser Alm im Schlerngebiet besuchen oder bei verschiedenen öffentlichen Feiern, kulturellen Veranstaltungen oder Jubiläen den Alphornklängen lauschen. Hierbei [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>von Reinhild Bauer</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Brauchtum (52)</strong></h2>



<p><br>Das Alphorn gilt als Nationalsymbol der Schweiz und ist doch eigentlich in allen Alpenländern weit verbreitet. So kann man auch in Südtirol Alphornkonzerte&nbsp; hören, alle fünf Jahre das internationale Alphornbläserfest auf der Seiser Alm im Schlerngebiet besuchen oder bei verschiedenen öffentlichen Feiern, kulturellen Veranstaltungen oder Jubiläen den Alphornklängen lauschen. Hierbei wird dieses Instrument oft zur Steigerung der Feierlichkeit für die musikalische Umrahmung eingesetzt.</p>



<p>Das Alphorn wird zumeist aus Fichtenholz gebaut, ist ein zwei bis vier Meter langes, konisch zulaufendes Rohr, das in eine Biegung wie ein Kuhhorn übergeht und mit einem Schallbecher endet. Auf Grund der Blastechnik gilt es als Blechblasinstrument. Da es weder Löcher noch eine Möglichkeit zur Veränderung der Rohrlänge hat, ist es auf die Naturtonreihe beschränkt und gilt daher als Naturhorn.</p>



<p>Die erste schriftliche Erwähnung findet sich in einer kirchlichen Aufzeichnung aus dem Oberaargau aus dem Jahre 1527. Weitere Schriftstücke aus dem 16. Jh. belegen, daß der Kühreihen – eine bestimmte Melodie, nur spielbar mit dem Alphorn – stundenlang von den Kuhhirten geblasen wurde. Bildlich dargestellt wurde das Alphorn, wie wir es heute kennen, zuerst auf einem Allgäuer Altarbild einer Bergkapelle um 1568. Erfunden wurde dieses mehrere Meter lange Blasinstrument als Verständigungsmöglichkeit zwischen den Kuhhirten auf den Almen. Zunächst nannte man auch noch das kürzere Hirtenhorn, das als Signal- und Rufhorn verwendet wurde, Alphorn. Im 17. Jh. verwendeten die verarmten Hirten das Instrument für Straßenmusik in den Städten und brachten es damit als Bettelhorn in Verruf, was dazu führte, daß es im 18. Jh. fast in Vergessenheit geriet. Erst mit dem aufkommenden Fremdenverkehr wurde es wiederbelebt. Im frühen 19. Jh. fanden sodann die ersten Hirtenfeste in der Schweiz statt. Seitdem ist das Alphorn wieder fester Bestandteil des gelebten Brauchtums und wird in Vereinen, Musikgruppen, Musikschulen und sogar am Konservatorium gelehrt. Schlussendlich fand das Alphorn sogar Berücksichtigung in einigen klassischen Kompositionen. Daher kann man es heute fern seines ursprünglichen Habitates auch in Konzertsälen hören und sogar in der Jazzmusik und in Ensembles mit elektronischer Musik finden.</p>



<p>Der interessierte Leser kann sich im Netz unter den Namen Kuhreihen oder „Ranz des Vaches“ die ältesten überlieferten Alphornmelodien anhören – und natürlich auch die neueren Kompositionen.<br><br><strong><em>Über die Autorin:</em></strong></p>



<p>Ehefrau, Mutter und Mitorganisatorin zweier großer Kulturveranstaltungen für die deutsche Jugend; aufgewachsen im Österreichischen Turnerbund und der Bündischen Jugend, Studium zur Volksschullehrerin, anschließend drei Jahre in der österreichischen Politik.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Südtiroler Rückoption</title>
		<link>https://test.dereckart.at/die-suedtiroler-rueckoption/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 17:16:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Robert Rediger Der lange Schatten der Option Die Südtiroler Option, unmittelbare Folge der Berliner Vereinbarung vom Juni 1939 sowie des Hitler-Mussolini-Abkommens vom Oktober desselben Jahres, führte zu einem beispiellosen Aderlaß für Südtirol. Obgleich sich rund 86 % der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung für die Auswanderung entschieden hatten, verließen letztlich nur rund 75.000 Personen das [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Robert Rediger</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der lange Schatten der Option</h2>



<p></p>



<p>Die Südtiroler Option, unmittelbare Folge der Berliner Vereinbarung vom Juni 1939 sowie des Hitler-Mussolini-Abkommens vom Oktober desselben Jahres, führte zu einem beispiellosen Aderlaß für Südtirol. Obgleich sich rund 86 % der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung für die Auswanderung entschieden hatten, verließen letztlich nur rund 75.000 Personen das Land sowie einige weiter südlich liegende Sprachinseln. Die unter großem Druck erzwungene Entscheidungsfindung hinterließ tiefe Spaltungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen – von der Familie bis zur Volksgemeinschaft –, deren Reminiszenzen als Teil des kollektiven Gedächtnisses der Südtiroler fortlebten. Doch die Optionsgeschichte endet keinesfalls mit dem Massenexodus, sondern erst mit der nachfolgenden Phase von Entscheidungsfindung und Rückkehr, in der Forschung als „Rückoption“ bezeichnet. Diese läßt sich grundsätzlich in zwei Abschnitte unterteilen: eine rund dreijährige Periode der Illegalität sowie die daran anschließende legale Rücksiedelung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bei Nacht und über die grüne Grenze „illegal“ zurück in die Heimat</h3>



<p></p>



<p>Als „illegal“ galten jene Rücksiedler, die zwischen Kriegsende und 1948 nach Südtirol zurückgekehrt waren – mangels einer rechtsverbindlich-politischen Lösung der Optantenfrage. Die Rückkehrer passierten überwiegend in Brennernähe, meist bei Nacht und durch unwegsames Gelände, die „grüne Grenze“. Diese entbehrungsreiche Überquerung forderte vereinzelt auch Todesopfer; zeitweilig etablierte sich zudem ein organisierter Menschenschmuggel. Vor allem jüngere Einzelpersonen nahmen die damit verbundenen Risiken in Kauf und fanden nach erfolgreicher Rückkehr oft bei Verwandten oder Bekannten Quartier. Das Heimkommen der illegalen Rücksiedler vollzog sich weitgehend abseits der Öffentlichkeit, zurückzuführen auf ihre dezentrale Streuung über das gesamte Land. Da die volkswirtschaftliche Ausgangslage in Südtirol nach Kriegsende verhältnismäßig gut war, blieben die illegalen Rücksiedler weitgehend von offenem Konkurrenzkampf um Wohnraum und Arbeit verschont. Ihre genaue Anzahl läßt sich heute nicht mehr rekonstruieren, mehrere Historiker nennen jedoch eine Zahl in der Größenordnung von rund 10.000 Personen.</p>



<p>Erst Anfang 1947 wurden bilaterale, großteils schwierige Verhandlungen zwischen Österreich und Italien zur Klärung der Situation aufgenommen. Das daraus resultierende Optantendekret vom Februar 1948 eröffnete ausgesiedelten Optanten die Möglichkeit, binnen eines Jahres ihre Optionsentscheidung zu revidieren und damit die italienische Staatsbürgerschaft – und mit ihr wesentliche Bürgerrechte – wiederzuerlangen. Die Entscheidungsfindung unterlag dabei einer Reihe externer Einflüsse: Österreich kombinierte Zwangsmaßnahmen mit Anreizen, die Südtiroler Volkspartei und der frisch gegründete Gesamtverband der Südtiroler warben aktiv für die Rückoption, während Italien aus sozioökonomischen wie ethnopolitischen Gründen die Zahl der Rücksiedler möglichst niedrig halten wollte und gezielt Rechts- und Planungsunsicherheit erzeugte. Die legale Rücksiedelung begann offiziell mit dem großangelegten Empfang des ersten Rücksiedelungstransportes im Juni 1949 am Bozener Bahnhof. Insgesamt kehrten zwischen 1949 und 1958 rund 9.600 Optanten legal nach Südtirol zurück, die überwiegende Mehrheit davon bis 1952. Danach nahm der Rücksiedelungsdruck rasch ab – nicht zuletzt deshalb, weil viele Optanten nach bis zu zehn Jahren in der neuen Heimat bereits sozial verwurzelt waren, die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten hatten und eine Rückkehr schlicht nicht mehr anstrebten.</p>



<p>Die gesellschaftliche Wiedereingliederung vieler Rücksiedler wurde durch strukturelle Faktoren erheblich erschwert. Industrie und öffentliche Verwaltung wurden nahezu vollständig von Italienern dominiert. Vertrauliche Regierungsdokumente belegen, daß diese Situation keineswegs dem Zufall geschuldet war, sondern auch in der Nachkriegszeit Teil einer bewußten „51-Prozent-Politik“ zur Herbeiführung einer italienischen Bevölkerungsmehrheit war. Staatliche Arbeitsbeschaffungs- und Wohnbauprogramme waren überdies ausschließlich für zugewanderte Italiener vorgesehen; die für Rücksiedler dringend benötigten Wohnungen wurden erst ab 1952 gebaut, als der Rücksiedelungsstrom bereits wieder abebbte. Diese anhaltende Repression gegenüber der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung sollte letztlich mit zu den Bombenanschlägen führen, die im Laufe der 1960er-Jahre ihren Höhepunkt fanden.</p>
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		<item>
		<title>Bozner Bergsteigerlied und Südtirols Berge</title>
		<link>https://test.dereckart.at/bozner-bergsteigerlied-und-suedtirols-berge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 10:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Georg Alexander „Wohl ist die Welt so groß und weit …“ – so beginnt das Bozner Bergsteigerlied, besser bekannt als Südtiroler Heimatlied, die inoffizielle Hymne Südtirols. In diesem 1926 von Karl Felderer in einem Gasthaus auf dem Ritten gedichteten Lied wird die geographische Ausdehnung des Landes liebevoll beschrieben, ohne das Wort Südtirol überhaupt zu [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Georg Alexander</em></p>



<p></p>



<p>„Wohl ist die Welt so groß und weit …“ – so beginnt das Bozner Bergsteigerlied, besser bekannt als Südtiroler Heimatlied, die inoffizielle Hymne Südtirols. In diesem 1926 von Karl Felderer in einem Gasthaus auf dem Ritten gedichteten Lied wird die geographische Ausdehnung des Landes liebevoll beschrieben, ohne das Wort Südtirol überhaupt zu verwenden; ein Kunstgriff, der notwendig war, weil der Name des Landes unter der faschistischen Zensur nicht genannt werden durfte. Vom Eisack-Ursprung in der Nähe des Brenners über das Etschtal und Schloß Sigmundskron bei Bozen bis zur Salurner Klause, Sprachgrenze zwischen Deutschen und Welschen, spannt sich der Bogen. Doch natürlich spielen im Bergsteigerlied die Berge die Hauptrolle. Begeben wir uns also auf eine Reise zu jenen Gipfeln Südtirols, die Felderer in seinem Welthit verewigte – auch wenn die Melodie selbst aus einem älteren Lied entlehnt ist.</p>



<p>Da reckt König Ortler „seine Stirn hoch in die Lüfte“: Mit 3.905 Metern ist er der höchste Berg Südtirols und war einst der höchste der gesamten Monarchie. Er thront über dem Stilfser Joch am westlichsten Zipfel des Landes, jenseits der Paßstraße liegt bereits das lombardische Bormio, bekannt durch die berüchtigte Abfahrt „Pista Stelvio“, die Stilfser Piste. Eine Besteigung des Ortlers ist keine Kleinigkeit, schon für den Normalweg von Sulden aus, dem mythischen Sommerfrischeort von Altkanzlerin Merkel, braucht man zwei Tage, eine komplette Gletscherausrüstung und alpine Erfahrung. Übernachtet wird auf der Julius-Payer-Hütte auf 3.000 Metern Seehöhe. Mit etwas Glück wird man von einem Bergführer namens Ortler begleitet, der den Gipfel seines Namensgebers bereits weit über hundertmal bestiegen hat.</p>



<p>Mit „König Laurins Felsenburg“ ist die Rosengartengruppe gemeint, eine schroff abfallende Bergkette, die in der Abenddämmerung in rötlichem Licht zu glühen scheint. Die Sage geht, daß der Zwergenkönig Laurin hier einen prächtigen Rosengarten besessen habe, den er, als er von Dietrich von Bern gefangen genommen wurde, mit einem Fluch belegt habe: Weder bei Tag noch bei Nacht sollte ihn je ein Mensch mehr sehen. Laurin habe allerdings die Dämmerung vergessen, sodaß man das Alpenglühen beim Übergang von Tag und Nacht auch heute noch in überwältigender Schönheit erblicken kann.</p>



<p>Natürlich dürfen auch der Schlern und die Drei Zinnen im Bergsteigerlied nicht fehlen, wie sie sich ja auch in jedem Fremdenverkehrsprospekt finden. Der Schlern, Hausberg von Bozen, ist vergleichsweise leicht zu besteigen. Anders seine vorgelagerten Türme, Santnerspitze und Euringerspitze: Für deren Besteigung sollte man den vierten Klettergrad sicher beherrschen und die Nerven behalten, wenn der nächste Bohrhaken erst zehn Meter weiter oben sichtbar wird. Besonders Wagemutige wählen die Sonnwendnacht für den Aufstieg zur Santnerspitze und entzünden dort die Herz-Jesu-Feuer, deren Leuchten bis nach Bozen hinab sichtbar ist.</p>



<p>Die Drei Zinnen, heimliches Wahrzeichen Südtirols, liegen in den Sextener Dolomiten, nahe der Grenze zu Österreich. Generationen von Bergsteigern haben sich an ihren fast unbezwingbar scheinenden Nordwänden versucht. Doch auch der vermeintlich leichte Normalweg auf die Große Zinne ist nicht zu unterschätzen. Hier ist nicht so sehr die hohe Kletterkunst gefordert als vielmehr sichere Wegfindung in einem Labyrinth von Spalten, Türmen und Platten, das schon manchen Alpinisten an seine Grenzen geführt hat. Wer nämlich irrtümlich die Route verläßt, steht bald vor glatten Wänden, an denen es weder ein Vor noch ein Zurück gibt.</p>



<p>Zahlreich und wunderschön sind die Berge Südtirols: Rund 350 Gipfel über 3.000 Meter zählt man, und wirklich für jeden ist etwas dabei. Vergletscherte Bergriesen, die nur mit Pickel und Steigeisen bezwungen werden können, herrlicher und fester Fels in den Dolomiten, die weltweit als eines der besten Klettergebiete gelten, oder sanfte Wanderungen über weite Almen – allen voran die Seiser Alm, die größte Hochalm Europas.</p>



<p>Das Bozner Bergsteigerlied endet nicht mit der Beschreibung eines weiteren Gipfels, sondern mit dem Blick zum Himmel, der – so ist der Dichter überzeugt – „schön wie die Heimat ist“. Wir wollen es ihm glauben und fügen hinzu, daß der Abstand zwischen Berg und Himmel zumindest geographisch ohnehin nur ein kleiner ist.</p>
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		<item>
		<title>Gestickte Heimat, gewebter Widerstand: Die Südtiroler Tracht</title>
		<link>https://test.dereckart.at/gestickte-heimat-gewebter-widerstand-die-suedtiroler-tracht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 21:31:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Evelyn Krezdorn und Lorenz Puff Von der bäuerlichen Arbeitskleidung zum identitätsstiftenden Kulturgut: Eine Zeitreise durch die Stoffgeschichte des Landes an Etsch, Eisack und Rienz zwischen Erbe und Erneuerung. Wer an einem hohen kirchlichen Feiertag oder zum Erntedankfest durch ein Südtiroler Dorf geht, erlebt ein Schauspiel, das weit über touristische Folklore hinausgeht. Wenn die Musikkapellen [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Evelyn Krezdorn und Lorenz Puff</em></p>



<p></p>



<p><strong>Von der bäuerlichen Arbeitskleidung zum identitätsstiftenden Kulturgut: Eine Zeitreise durch die Stoffgeschichte des Landes an Etsch, Eisack und Rienz zwischen Erbe und Erneuerung</strong>.</p>



<p>Wer an einem hohen kirchlichen Feiertag oder zum Erntedankfest durch ein Südtiroler Dorf geht, erlebt ein Schauspiel, das weit über touristische Folklore hinausgeht. Wenn die Musikkapellen in Formation aufmarschieren und die Schützenkompanien Flagge – bzw. eigentlich Fahne – zeigen, wird Geschichte physisch greifbar. Doch die Südtiroler Tracht ist kein starres Kostüm aus der Mottenkiste der Geschichte; sie ist das „Ehrenkleid“ einer Region, die ihre Eigenart über Jahrhunderte gegen äußere Widerstände verteidigt hat. Sie ist gewebter Widerstand, gestickte Heimat und ein lebendiges Bekenntnis zur eigenen Herkunft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Entstehung der Südtiroler Tracht ist untrennbar mit der sozialen und rechtlichen Sonderstellung des historischen Tirols verbunden.</h3>



<p></p>



<p>Während in vielen europäischen Regionen die bäuerliche Kleidung lediglich eine vereinfachte, billige Kopie der höfischen Mode war, entwickelte sich im Tiroler Raum eine eigenständige Ästhetik. Ein entscheidender Katalysator war die Tiroler Landesordnung von 1511. Sie sprach den Bauern das Recht – und die Pflicht – zur Selbstverteidigung des Landes zu. Mit diesem wachsenden politischen Selbstbewußtsein der freien Bauernschaft festigte sich auch der Stolz auf das eigene Gewand. Die Tracht war kein Zeichen der Untertänigkeit, sondern ein Symbol für Wehrhaftigkeit und Freiheit.</p>



<p>Im 18. und 19. Jh., begünstigt durch die Aufhebung der Kleiderordnungen, die zuvor genau festlegten, welcher Stand welche Stoffe tragen durfte, differenzierten sich die Trachten regional stark aus. Es entstand jene Vielfalt, die wir heute bewundern. Man konnte – und kann teilweise heute noch – an der Stickerei der Hosenträger, der Form des Hutes, der Farbe der Socken oder der Art des „Loden“ präzise erkennen, aus welchem Tal, ja manchmal aus welchem Dorf ein Mann stammte. Die Tracht fungierte als der „Paß“ des kleinen Mannes, als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zu einer lokalen Gemeinschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Zerreißprobe: Unterdrückung, Instrumentalisierung und Behauptung</h3>



<p></p>



<p>Die wohl schicksalhafteste Phase für die Südtiroler Tracht begann nach dem Ersten Weltkrieg mit der Annexion Südtirols durch das Königreich Italien. Unter dem faschistischen Regime wurde das öffentliche Tragen der Tracht zum Politikum und teilweise massiv unterdrückt. In einer Zeit, in der die deutsche Sprache aus Ämtern und Schulen verbannt wurde, wurde das „Gewand“ zum stillen, aber unübersehbaren Protestmittel. Eine weitere Zerreißprobe stellte die Zeit der Nationalsozialistischen Option dar. Die „Arbeitsgemeinschaft der Optanten für Deutschland“ versuchte, die Tracht zu vereinheitlichen und für ideologische Zwecke zu instrumentalisieren. Man wollte weg von der „kirchlich geprägten“ Tracht hin zu einem germanisch-völkischen Einheitskleid. In der Nachkriegszeit hingegen wandelte sich die Tracht endgültig zum Symbol des friedlichen Widerstandes und der Bewahrung der Südtiroler Identität. Wer Tracht trug, zeigte: Wir sind noch da. Wir bleiben, wer wir sind. In den 1950er- und 60er-Jahren entstanden viele der heutigen Trachtenvereine, die es sich unter der fachlichen Leitung von Volkskundlern zur Aufgabe machten, die überlieferten Formen vor der einsetzenden Modernisierungswelle zu retten und die „echte“ Tracht von modischen Verfälschungen zu trennen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Form, Farbe und Funktion: Ein Blick in die Details der Handwerkskunst</h3>



<p></p>



<p>Die Südtiroler Tracht besticht durch ihre handwerkliche Tiefe. Es sind oft die Details, die dem Kenner die Geschichte des Trägers erzählen:</p>



<p><strong>Der Hut: </strong>Er ist das markanteste Herzstück der Männertracht. Ob der weite, flache Vinschger Hut, der mit Spielhahnstoß verzierte Hut im Pustertal oder die grünen Hüte des Burggrafenamtes – die Kopfbedeckung verrät oft den Familienstand oder die Funktion innerhalb der Gemeinschaft. Das Schmücken des Hutes mit echtem Blumenschmuck zu festlichen Anlässen ist dabei ein streng ritualisierter Akt.</p>



<p><strong>Der Ranzen: </strong>Besonders eindrucksvoll ist die Sarner Tracht mit dem breiten Ledergürtel, dem „Ranzen“. Die darauf befindliche Federkielstickerei – gefertigt aus den gespaltenen Kielen von Pfauenfedern – ist eine Kunstform, die weltweit ihresgleichen sucht. Ein solcher Gürtel zeigt oft den Namen des Besitzers und Symbole des bäuerlichen Glücks.</p>



<p><strong>Das Mieder und die Schürze: </strong>Bei der Frauentracht ist die Farbwahl entscheidend. Oft deutet die Farbe der Schürze (z.B. Schwarz für verheiratete Frauen in bestimmten Tälern, hell für Ledige) auf den sozialen Status hin. Handgewebte Leinenstoffe, feine Klöppelspitzen und die kunstvollen „Viertel“ (Miederteile) zeugen von einer Zeit, in der Kleidung ein kostbares Gut war, das über Generationen vererbt wurde.</p>



<p><strong>Die Farben: </strong>In Regionen wie Partschins oder Rabland sieht man oft das typische „Lodenbraun“ oder „Schwarz“, kombiniert mit dem Rot der Westen („Leibl“). Rot symbolisierte historisch oft den Schutz vor dem „bösen Blick“ und galt als Farbe der Lebenskraft.</p>



<p><strong>Der Loden: </strong>Dieses wasserabweisende, durch Walken verfestigte Wollgewebe ist das Rückgrat der alpinen Kleidung. Die Lodenherstellung in Südtirol, etwa in den traditionsreichen Betrieben des Pustertals, verbindet bis heute archaische Funktionalität mit schlichter Eleganz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">In einer zunehmend digitalen und uniformen Welt bietet die Tracht einen physischen Ankerpunkt.</h3>



<p></p>



<p>Heute erlebt die Tracht in Südtirol eine Renaissance, die alle sozialen Schichten und vor allem die Jugend erfaßt hat. Es ist längst nicht mehr nur die „Tracht der Väter“, die aus Pflichtgefühl zu offiziellen Anlässen aus dem Schrank geholt wird. Ein neues Selbstbewußtsein ist spürbar. Junge Südtiroler tragen die Tracht heute mit einer Selbstverständlichkeit, die beeindruckt. Sie ist Ausdruck einer „glokalen“ Identität: Man ist in der Welt zu Hause, aber in der Heimat verwurzelt. Dabei gibt es eine spannende Koexistenz: Während die Trachtenvereine streng auf die historische Genauigkeit achten – die „Erneuerung aus dem Geist der Tradition“ –, interpretieren junge Designer alte Schnitte neu. Sie verwenden moderne Materialien oder kombinieren traditionelle Elemente wie den Lodenjanker mit moderner Kleidung. Die Bedeutung für die Südtiroler Identität bleibt dabei ungeschmälert. In einer zunehmend digitalen und uniformen Welt bietet die Tracht einen physischen Ankerpunkt. Sie ist keine Verkleidung, sondern eine Haltung. Wenn heute ein junger Südtiroler zur Hochzeit oder zur Primiz in der Tracht seines Tales erscheint, ist das kein konservativer Rückzug ins Gestern, sondern eine kraftvolle Ansage von Selbstbewußtsein, Kontinuität und Heimatliebe. Die Südtiroler Tracht bleibt somit, was sie immer war: ein Gewand, das Identität stiftet, indem es die Geschichte der Vorfahren mit dem Lebensgefühl der Gegenwart verwebt.</p>



<p><em>Die Tracht ist für mich gelebte Zukunft. Als Schneiderin bewahre ich das alte Handwerk, um es mit heutigem Selbstbewußtsein neu zu interpretieren. Sie ist kein Blick zurück, sondern unser modernster Ausdruck von Identität – ein ‚Ehrenkleid‘, das uns in einer digitalen Welt fest verwurzelt und zeigt: Wir wissen, wer wir sind. (</em>Evelyn Krezdorn, Schneiderin und Marketenderin) </p>



<p><strong><em>Über die Autoren:</em></strong></p>



<p>Evelyn Krezdorn, gebürtig aus St. Martin in Passeier, ist als Schneiderin, Marketenderin der Schützenkompanie „Mjr. Josef Eisenstecken“ und Sängerin im Stiftspfarrchor fest im Brauchtum verwurzelt. Heute widmet sie sich im Familienbetrieb dem „Energetischen Nähen“ und fertigt Abschirmtextilien für ein gesundes Wohnumfeld. Ihr Mann, Lorenz Puff, ist Maschinenbauer und Biotechnologieunternehmer (Alchewat). Der Grieser Schütze findet seinen Ausgleich zur Technik in der Geschichtsschreibung, als Verfasser historischer Texte zu seiner Heimat. Gemeinsam mit dem Sohn führt das in Gries bei Bozen wohnhafte Ehepaar ein Familienunternehmen, das handwerkliche Tradition, ökologische Innovation und die Liebe zur Tiroler Identität vereint.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rechter Ostfußball?</title>
		<link>https://test.dereckart.at/rechter-ostfussball/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 17:03:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kaisers Zone]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
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					<description><![CDATA[von Benedikt Kaiser Kaisers Zone Ende Mai wurde in der ARD eine typische TV-Reportage im linkslastigen Format „Monitor“ ausgestrahlt. Entlang der Leitthese „Wie Rechte (wieder) die Fußballkurven erobern“ wurde in westdeutsche, vor allem aber auch in ostdeutsche Stadien und Vortragsräume geblickt. Auch ich wurde mehrfach zitiert: einmal aus dem populären Podcast Von rechts gelesen des [&#8230;]]]></description>
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<p><em>von Benedikt Kaiser</em></p>



<p><a></a><strong>Kaisers Zone</strong></p>



<p>Ende Mai wurde in der ARD eine typische TV-Reportage im linkslastigen Format „Monitor“ ausgestrahlt. Entlang der Leitthese „Wie Rechte (wieder) die Fußballkurven erobern“ wurde in westdeutsche, vor allem aber auch in ostdeutsche Stadien und Vortragsräume geblickt. Auch ich wurde mehrfach zitiert: einmal aus dem populären Podcast <em>Von rechts gelesen</em> des Dresdner Jungeuropa Verlages; einmal wurde „Undercover“ während einer öffentlichen Veranstaltung der AfD-Europaabgeordneten Irmhild Boßdorf mit dem neuen AfD-Jugendchef Jean-Pascal Hohm und mir gefilmt.</p>



<p>Es ging in der effekthascherischen Linksdoku – neben einzelnen unschönen Entgleisungen rechtsorientierter Fußballfans – ganz grundsätzlich um die vermeintliche rechte „Unterwanderung“ von Fankurven im bundesdeutschen Fußball durch patriotische Kreise. Summa summarum ist die Doku (frei auf <em>YouTube</em> und anderswo verfügbar) für mich ein Lehrstück propagandistisch motivierter Realitätsverdrehung. Nicht, weil die Macher der Sendung es nicht besser wüßten, sondern weil sie die alte „Kampf gegen rechts“-Stimmung neu aufdrehen wollen. Ihre bisherigen Anstrengungen diesbezüglich reichen ihnen selbst offenbar nicht mehr aus.</p>



<p>Es ist derweil so: Während ein je nach Stadt und Region verschiedenartiges Geflecht aus Antifas, Sozialarbeitern, Journalisten und Fußballfunktionären von der Bundesliga bis in den Amateurbereich hinunter über viele Jahre hinweg einigermaßen deutschlandweit eine feingliedrige linksorientierte Hegemonie errichtete – von Bremen bis München, von Potsdam bis Bochum –, werden einzelne Rechte im Fußball, die sich ungern verdrängen lassen, sondern sich zu behaupten wagen, als Bedrohung nach einem dunklem Masterplan inszeniert. Die Art der massiv überzeichneten, unverhohlen diffamierenden, wenn nicht sogar teils hysterischen Berichterstattung über solche einzelnen Fälle, beispielsweise in der brandenburgischen Fußballhochburg Cottbus, spricht für die Angst vor einem nahenden Hegemonieverlust der linken Lebenswelten im Sport. Man hat sich nach den erfolgreichen Kämpfen längst eingerichtet, mitunter lukrative, jedenfalls meinungsprägende und einflußnehmende Posten besetzt und Andersdenkende – das sind meistens einfach Nicht-Linke – ausgegrenzt oder gar vollkommen aus den Kurven verdrängt.</p>



<p>Daß diese Situation der linken Hegemoniesicherung in einzelnen Gegenden der BRD aufgebrochen wird, ist ein Ausdruck sich derzeit wandelnder gesamtgesellschaftlicher Realitäten: Links ist nicht vorbei, aber eben nicht mehr selbstverständlich! Und bereits das läßt die vielfältige linke Szene im Zeichen ihrer ätzenden Platzhirschattitüde wütend werden, begleitet von ihren journalistischen Assistenten und Hofberichterstattern. Dabei ist mindestens in bezug auf unsere politischen Zusammenhänge schon der Terminus „Unterwanderung“ absurd. Denn eine solche – und das diskutiere ich in meinem neuen Buch <em>Der Hegemonie entgegen</em> (2. Aufl., Dresden 2026) genauso wie die linke Sportstrategie ausführlich, was den „Monitor“-Journalisten entging – funktioniert nie. Entweder korrigiert und beeinflußt man etwas „organisch“ – d.h. durch Leute, die den Sport und das Fandasein in dieser Sphäre leben, und zwar authentisch, glaubwürdig und unverstellt –, oder man läßt es sein. Von außen als politischer Akteur zu „Szenen“ und „Subkulturen“ zu predigen, ist nicht nur peinlich, sondern, wie vor allem die realexistierende Situation in der BRD unter Beweis stellt, auch chancenlos.</p>



<p>Die erfolgreiche Prägung ganzer Sportwelten in der BRD durch linke Strukturen aller Art kam so erfolgreich, wie sie ist, eben von innen, nicht von außen, und just dies garantiert die Nachhaltigkeit ihres Tuns. Unterstützt werden linke Kräfte dabei vielerorts durch sogenannte Fanprojekte in Trägerschaften durch bestimmte linksoffene Sozialverbände. Die Linksfraktion im Deutschen Bundestag hat passenderweise Anfang Mai 2026 einen Antrag eingereicht, in dem sie mehr Förderungen, mehr Geld, mehr Arbeitsplätze, mehr Befugnisse usf. für die Fanprojekte verlangt. Die Autoren des Antrags, kundig im Jargon und in den Lebenswelten des Sports, vermengen hierbei kluge und berechtigte Anliegen zum Schutz der bedrohten Fankultur mit explizit ideologiemotivierten Bestrebungen zugunsten ihnen zugeneigter „sozialarbeiterischer Fanprojekte“, wie es im Antragstext heißt.</p>



<p>Wer sich mit diesem „rechts der Mitte“ seit Jahrzehnten (!) unterschätzten Thema beschäftigen möchte, sollte sich die eingangs vorgestellte „Monitor“-Reportage sparen – und beim alternativen Sender AUF1 den kurzen „Input“ mit dem in Österreich lebenden mitteldeutschen Fußballexperten Steve Henschke ansehen (<a href="https://auf1.tv/nachrichten-auf1/nachrichten-auf1-vom-19-mai-2026">https://auf1.tv/nachrichten-auf1/nachrichten-auf1-vom-19-mai-2026</a>). Denn es ist wichtig und richtig, die linken Domänen auch im Fußball aufzubrechen – wenn etablierte Journalisten schäumen, scheinen sich mindestens erste Risse in deren linksliberalem Hegemonieapparat abzuzeichnen. Der Sommer wird heiß!</p>



<h3 class="wp-block-heading"></h3>



<p>Benedikt Kaiser</p>



<div class="inherit-container-width wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained"><div class="wp-block-group__inner-container">
<p><em>Über den Autor:<br>Benedikt Kaiser, Jg. 1987, studierte an der Technischen Universität Chemnitz im Hauptfach Politikwissenschaft. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lektor und Publizist. Kaiser schreibt u.a. für Sezession (BRD), Kommentár (Ungarn) und Tekos (Belgien); für éléments und Nouvelle École (Frankreich) ist er deutscher Korrespondent. </em></p>
</div></div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alles für Tirol und Schützen Heil!</title>
		<link>https://test.dereckart.at/alles-fuer-tirol-und-schuetzen-heil/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 May 2026 14:04:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwerpunkt Südtirol]]></category>
		<category><![CDATA[xStartseite]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dereckart.at/?p=12000</guid>

					<description><![CDATA[von Landeskommandant Mjr.&#160;Christoph&#160;Schmid Heimat bewahren und Zukunft sichern – Der Auftrag des Südtiroler Schützenbundes Der Südtiroler Schützenbund versteht sich als Wertegemeinschaft, kultureller Schutzraum und politisches Gewissen der deutschen und der ladinischen Volksgruppe in Südtirol. Unsere Aufgabe ist es, Identität, Sprache und Geschichtsbewußtsein zu bewahren – nicht rückwärtsgewandt, sondern mit Blick auf kommende Generationen. In den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>von Landeskommandant Mjr.&nbsp;Christoph&nbsp;Schmid</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heimat bewahren und Zukunft sichern – Der Auftrag des Südtiroler Schützenbundes</h2>



<p></p>



<p>Der Südtiroler Schützenbund versteht sich als Wertegemeinschaft, kultureller Schutzraum und politisches Gewissen der deutschen und der ladinischen Volksgruppe in Südtirol. Unsere Aufgabe ist es, Identität, Sprache und Geschichtsbewußtsein zu bewahren – nicht rückwärtsgewandt, sondern mit Blick auf kommende Generationen. In den vergangenen Jahren hat der Südtiroler Schützenbund diesen Auftrag mit Nachdruck verfolgt. Die Zusammenarbeit mit den Schützen aller Landesteile Tirols und mit den bayerischen Gebirgsschützen wurde vertieft. In der Jugend- und Bildungsarbeit wurde verstärkt auf historische Aufklärung gesetzt, um jungen Menschen zu vermitteln, daß Heimat kein Zufallsprodukt sei, sondern das Ergebnis von Verantwortung und Einsatz. Gedenkveranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen – etwa zu den Katakombenschulen – haben gezeigt, daß Erinnerungspolitik keine Frage der Vergangenheit ist, sondern Grundlage für die Zukunft. Die Katakombenschulen mahnen uns bis heute. Ohne diesen mutigen Widerstand unserer Lehrerinnen und Lehrer gegen das faschistische Schulverbot wäre die deutsche Sprache in Südtirol ausgelöscht worden – so wie es im Elsaß geschehen ist. Die Geschichte lehrt uns, daß Sprache und Identität nicht selbstverständlich bestehen bleiben. Sie können verloren gehen, wenn sie nicht hartnäckig verteidigt werden.</p>



<p>Heute drohen keine offenen Verbote mehr, wohl aber schleichende Veränderungen. Die demographische Entwicklung in Südtirol zeigt besorgniserregende Tendenzen: Zwar liegt die Geburtenrate mit rund 1,58 Kindern pro Frau über dem staatsweiten Durchschnitt, doch bleibt sie unter dem Niveau, das für langfristiges natürliches Wachstum erforderlich wäre. Zugleich sanken die Geburtenzahlen in den letzten Jahren spürbar, und in einzelnen Jahren lagen sie sogar unter der Zahl der Todesfälle. Währenddessen beschäftigt sich die Politik lieber mit Themen wie der Erfassung von Hunde-DNA als mit der nachhaltigen Stärkung der traditionellen, christlichen Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft. Parallel dazu steigt der Anteil von Ausländern an der Bevölkerung. 2024 lebten knapp 60.000 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Südtirol, was etwa 11 % der Bevölkerung entspricht und über dem staatsweiten Durchschnitt liegt; im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl spürbar gestiegen.</p>



<p>Diese Entwicklungen führen zu tiefgreifenden Veränderungen der Bevölkerungsstruktur und stellen eine reale Herausforderung für das Fortbestehen unserer Volksgruppe dar. Gleichzeitig ist eine zunehmende Identifikation vieler Südtiroler mit dem italienischen Staat zu beobachten, während die Bindung an Tirol und Österreich schwächer wird. Eine Politik, die ihren Blick fast ausschließlich nach Rom richtet, vernachlässigt diese Wirklichkeit – und schafft Bedingungen, in denen kulturelle Bindungen schwinden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Heimat ist keine romantische Kulisse, sondern ein Auftrag. Wer sie nicht pflegt, wird sie verlieren.</h3>



<p></p>



<p>Der Südtiroler Schützenbund will dieser Entwicklung entgegenwirken. Unser Ziel sind die Stärkung der deutschen und der ladinischen Schule, die Pflege der Tiroler Geschichte und der Schutz der Sprache im öffentlichen Raum. Wir wirken auf die Vertiefung der Bande zwischen Nord-, Ost- und Südtirol hin und bekennen uns klar zum Selbstbestimmungsrecht unseres Landes – nicht als Akt der Abgrenzung, sondern als Ausdruck demokratischer Reife. Wir erwarten von unseren Freunden in Österreich mehr als wohlwollende Erinnerungspolitik. Südtirol darf nicht aus dem Bewußtsein verschwinden; es braucht politische, kulturelle und gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Die Möglichkeit einer österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler wäre ein starkes Zeichen dieser Verbundenheit – als Brücke zwischen den Landesteilen Tirols und als Schutzband gegen Entfremdung vom Vaterland Österreich.</p>



<p>Heimat ist keine romantische Kulisse, sondern ein Auftrag. Wer sie nicht pflegt, wird sie verlieren. Wer sie bewahrt, übernimmt Verantwortung – für Sprache, Kultur, Heimat und Freiheit. Der Südtiroler Schützenbund nimmt diese Verantwortung weiterhin wahr: manchmal laut, manchmal leise, aber immer bestimmt; nicht rückwärtsgewandt, sondern standhaft; nicht aus Abgrenzung, sondern aus Liebe zur eigenen Heimat und Identität. Alles für Tirol und Schützen Heil! </p>



<p><strong><em>Über den Autor:</em></strong></p>



<p>46 Jahre alt, aufgewachsen in Eppan/Berg, seit zwanzig Jahren wohnhaft in Neumarkt, vier Kinder; technischer Verantwortlicher des österreichischen Unternehmens Sodian (Vorchdorf) in Italien. Seit 2012 Mitglied im Südtiroler Schützenbund, Heimatkompanie Neumarkt a.d.Etsch, drei Jahre Lkdt.-Stv., seit 2025 Lkdt.</p>



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